Am 14. April 2026 hat Bambu Lab den X2D vorgestellt – einen Drucker, der Dual-Nozzle-Technologie endlich aus dem Profi-Segment in die Haushaltskasse holt. Preis: 649 Dollar (Basis) bzw. 899 Dollar als Combo mit AMS. Vier Wochen nach dem Launch sind die ersten Langzeiterfahrungen da.

Was der X2D verspricht

Das wichtigste Feature des X2D ist das Dual-Nozzle-System: Zwei Düsen arbeiten parallel, wobei die Hauptdüse für das eigentliche Modell zuständig ist und die Hilfsdüse Stützmaterial übernimmt. Das ist konzeptionell anders als Bambu Labs AMS-Ansatz, der Filament über einen einzigen Extruder tauscht – und dadurch viel Reinigungsmaterial verbraucht.

Der X2D soll diesen Abfall drastisch reduzieren: Tester berichten von 70 bis 80 Prozent weniger Purge-Waste gegenüber einem reinen AMS-Setup bei zweifarbigen Materialdrucken. Bei Stützkonstruktionen mit wasserlöslichem PVA oder PLA als Stütze ist das ein erheblicher Material- und Zeitvorteil.

MerkmalBambu Lab X2D
Preis (Basis)649 USD
Preis (Combo mit AMS)899 USD
Nozzle-SystemDual-Nozzle (Haupt + Hilfs)
Purge-Waste-Reduktion70–80% vs. AMS-only
Bauraumgröße256 × 256 × 256 mm
Max. Druckgeschwindigkeit500 mm/s

Was Tester nach 250 Stunden sagen

TechRadar hat den X2D intensiv über 250 Druckstunden getestet und nennt ihn das beste Mittelklasse-Dual-Material-Gerät auf dem Markt 2026. Die Druckqualität sei “außergewöhnlich”, die Materialkompabilität breiter als beim Vorgänger.

Tom’s Hardware lobt die verbesserte Filament-Spurführung und die neuen gehärteten Düsen, die Composites wie Carbon-verstärktes Nylon ohne Probleme verarbeiten. Das macht den X2D auch für technische Bauteile interessant.

Kritischer fällt die Einschätzung von FauxHammer aus: Das Gerät fühle sich “wie eine Übergangslösung” an – vollgepackt mit nützlichen Ideen, aber weniger kohärent als Bambu Labs bisherige Topmodelle. Vor allem die Filament-Zuweisung im Dual-Nozzle-Modus brauche noch Arbeit und habe eine echte Lernkurve.

Der Schwachpunkt: Einrichtung ist nicht plug-and-play

Was bei Bambu Lab bisher immer ein Versprechen war – “es funktioniert einfach” – ist beim X2D eingeschränkt. Das Dual-Nozzle-Setup erfordert sorgfältigere Kalibrierung als ein einfaches AMS-Setup. Wer bei der Materialzuweisung Fehler macht, kann Fehldrucke produzieren, die beim klassischen AMS-Workflow nicht passiert wären.

Die Community auf r/BambuLab diskutiert intensiv über die optimalen Nozzle-Größen-Kombinationen – etwa 0,6 mm Hauptdüse mit 0,2 mm Hilfsdüse für Detailarbeiten. Das Bambu Lab Community Forum hat bereits mehrere Thread-Sammlungen zu Einstellungsempfehlungen.

Vergleich mit dem P2S und X1 Carbon

Für Käufer stellt sich die Frage: X2D, P2S oder doch einen X1 Carbon gebraucht kaufen?

Der X2D ist klar für alle, die Dual-Material und wenig Abfall als Priorität haben. Der P2S bleibt die stabilere, ausgefeiltere Wahl für Vieldrucke ohne Dual-Nozzle-Bedarf. Der X1 Carbon ist schneller und mit dem AMS flexibler in der Farbanzahl – schlägt beim Materialwechsel aber wieder mehr Purge-Waste.

Fazit: Vielversprechend, aber Version 1.0

Das Bambu Lab X2D ist ein mutiger Schritt in Richtung professionelles Dual-Nozzle-Drucken für die breite Masse. Die Hardware ist stark, der Preis fair. Wer bereit ist, sich in das Dual-Nozzle-Setup einzuarbeiten, bekommt deutlich weniger Materialverschwendung und neue Druckmöglichkeiten.

Wer hingegen einen reibungslosen Einstieg erwartet und hauptsächlich Multicolor drucken möchte, ist mit dem bewährten P2S plus AMS weiterhin besser bedient. Der X2D ist Version 1.0 einer vielversprechenden Technik – und Version 2.0 könnte das sein, was die Community wirklich will.