Jahrelang war Creality der unangefochtene Marktführer bei günstigen 3D-Druckern. Ender-3, CR-10, K1 – die Shenzhen-Marke war synonym mit erreichbarem FDM-Druck. Dann kam Bambu Lab. Und 2025 hat sich das Kräfteverhältnis endgültig gedreht.

Die Zahlen: 37% zu Crealitys Restanteil

Das Marktforschungsunternehmen Context hat die vollständigen 2025-Jahresdaten ausgewertet und dabei ein klares Bild gezeichnet: Bambu Lab führt das sub-$2.500-Segment mit einem Marktanteil von 37% an. Creality, Elegoo und Anycubic folgen dahinter.

Das ist bemerkenswert, weil Creality in Q1 2025 noch mit 39% vorne lag – und Bambu Lab damals noch mit 64% Jahreswachstum aufholte. Drei weitere Quartale mit gleichbleibendem Tempo reichten, um den Vorsprung zu drehen.

HerstellerPosition 2025
Bambu LabPlatz 1 – 37% Marktanteil
CrealityPlatz 2
ElegooPlatz 3
AnycubicPlatz 4

Was Bambu Lab anders gemacht hat

Bambu Lab hat den 3D-Drucker-Markt in kurzer Zeit mit einem simplen Ansatz verändert: “It just works” als Produktphilosophie. Der P1S und der A1 Mini waren keine Bastelgeräte, sondern fertig eingerichtete Systeme mit automatischer Kalibrierung, AMS-Multicolor-Unterstützung und integrierter Cloud-Anbindung.

Für viele Einsteiger – und zunehmend auch für professionelle Anwender – war das attraktiver als Crealitys Ansatz, günstige Drucker zu einem niedrigen Preis anzubieten, aber viel manuelle Einrichtung vorauszusetzen.

Bambu Labs Ökosystem aus Drucker, AMS (Automatic Material System), Bambu Studio und MakerWorld schuf außerdem Kundenbindung: Wer einmal in das Ökosystem eingestiegen ist, kauft wahrscheinlich wieder Bambu.

Der Markt wächst insgesamt

Die gute Nachricht für alle Hersteller: Der 3D-Drucker-Markt erholt sich nach einer schwierigen Phase. Das Einstiegssegment wuchs laut Context um 47% im vierten Quartal 2025 und um 26% über das gesamte Jahr. Für 2026 erwartet Context weiteres Wachstum – mit dem Einstiegssegment als schnellstem Bereich.

Der Wettbewerb um den Thron ist damit nicht vorbei. Creality hat mit dem K2 Pro und der neuen K1E-Serie reagiert. Elegoo drängt mit dem Neptune und Centauri in höhere Segmente. Anycubic hat die Kobra-Linie verfeinert.

Was das für Käufer bedeutet

Der Machtwechsel im Markt hat direkte Folgen für Käufer:

  • Mehr Innovation: Wettbewerb zwingt alle Hersteller zu schnelleren Feature-Zyklen.
  • Bessere Einstiegsmodelle: A1 Mini, Bambu P1S, Creality K1E und Elegoo Neptune 4 Pro zeigen, wie viel Leistung heute unter 400 Euro möglich ist.
  • Ökosystem als Kaufargument: Bambu Labs AMS-Ökosystem hat den Standard für Multi-Material-Drucker gesetzt, dem andere jetzt nachziehen müssen.

Für wen Bambu Lab die bessere Wahl ist und für wen Creality oder Elegoo mehr Sinn ergeben, hängt letztlich vom Anwendungsfall ab – aber am Marktführer kommt heute niemand mehr vorbei, der einen neuen 3D-Drucker kauft.