Stand Februar 2026 liegen in den Vereinigten Staaten fünf Gesetzesentwürfe in verschiedenen Bundesstaaten vor, die 3D-Drucker regulieren würden. Der bekannteste und umstrittenste: Californiens Assembly Bill 2047 (AB 2047).
Was gefordert wird, klingt nach Science-Fiction: Blocking Technology auf Drucker-Ebene und ein Genehmigungssystem für Drucker-Modelle. Das Prusa-Forum und internationale Maker-Communities diskutieren die Implikationen intensiv.
Was AB 2047 konkret fordert
Der Gesetzesentwurf zielt auf die Möglichkeit ab, mit 3D-Druckern Schusswaffen oder Waffenkomponenten herzustellen. Kernforderungen:
Sperrtechnologie: 3D-Drucker sollen technisch in der Lage sein, bestimmte Objekte zu erkennen und die Produktion zu blockieren. Ähnlich wie Drucker heute keine originalgetreuen Banknoten drucken können, sollen 3D-Drucker bestimmte geometrische Muster ablehnen.
Roster-Genehmigung: Ähnlich wie in Californien Schusswaffen einer Genehmigungsliste bedürfen, soll eine ähnliche Struktur für 3D-Drucker eingeführt werden.
Haftung für Hersteller: Unternehmen, die Drucker ohne Sperrtechnologie verkaufen, sollen haftbar gemacht werden können.
Warum die Maker-Community alarmiert ist
Das erklärte Ziel – die Produktion illegaler Waffen einzuschränken – teilen viele. Aber die technische Umsetzung überzeugt niemanden:
Technische Unmöglichkeit: Wie soll ein Drucker erkennen, ob er eine Waffenkomponente druckt? Geometrische Erkennung scheitert daran, dass die gleiche Form für hundert legale Anwendungen genutzt werden kann. Ein Pistolengriff-ähnliches Objekt könnte ein Werkzeughalter sein.
Kollateralschäden für legale Nutzer: Sperrtechnologie, die zu vorsichtig ist, blockiert Forscher, Ingenieure und Hobbyisten. Zu permissive Sperrtechnologie ist wirkungslos. Es gibt keine gute Mitte.
Zentralisierungsgefahr: Genehmigungslisten für Drucker würden bedeuten, dass staatliche Stellen entscheiden, welche Drucker legal verkauft werden dürfen. Das gibt Behörden Einfluss über ein Werkzeug, das heute für medizinische Prothesen, Bildung und Notfallreparaturen genutzt wird.
Ein Prusa-Forum-Nutzer bringt es auf den Punkt: “In 2020 hat ein 3D-Drucker Leben gerettet, weil wir in Krankenhäusern Atemschutzteile drucken konnten. Wäre das 2020 noch möglich, wenn AB 2047 in Kraft wäre?”
Der internationale Kontext
Ähnliche Diskussionen gibt es in Europa. Die EU-Kommission hat 2025 einen Bericht über 3D-gedruckte Waffen veröffentlicht – ohne konkrete Gesetzesempfehlungen, aber mit der Forderung nach mehr Forschung über technische Lösungsansätze.
Deutschland liegt bisher unterhalb des politischen Radars: Die bestehenden Waffengesetze gelten auch für 3D-gedruckte Objekte, eine spezifische Drucker-Regulierung steht nicht auf der Agenda.
Was wahrscheinlich passiert
Politische Realität: AB 2047 in seiner aktuellen Form hat geringe Chancen auf Verabschiedung – zu vage in der technischen Spezifikation, zu stark von Industrievertretern kritisiert.
Mittelfristig ist aber wahrscheinlich, dass irgendeine Form von Regulation kommen wird. Wie sie aussieht, hängt auch davon ab, wie aktiv die Maker-Community in der politischen Diskussion mitarbeitet. Organisationen wie EFF (Electronic Frontier Foundation) verfolgen die Entwicklung genau.
Für europäische und deutsche Maker ist das relevant: Was in Californien beschlossen wird, beeinflusst globale Hersteller – und damit letztlich auch die Geräte, die in Deutschland verkauft werden.