Ein Post auf r/homeassistant machte diese Woche die Runde: Ein “3D Printer Command Centre” – ein durchdachtes Home Assistant Dashboard, das Druckerstatus, Filamentvorräte, Temperaturen und Kamerafeed in einer einzigen Oberfläche bündelt. 353 Upvotes und die meistgestellte Frage: “Kannst du das YAML teilen?”

Warum Home Assistant und 3D-Druck so gut zusammenpassen

Home Assistant ist eine Open-Source-Hausautomatisierungsplattform, die lokale Kontrolle über alle smarten Geräte ermöglicht – ohne Cloud-Abhängigkeit. Für 3D-Drucker-Besitzer bedeutet das:

  • Fernüberwachung ohne Herstellercloud: Wer seinen Bambu Lab oder Prusa nicht an eine proprietäre Cloud binden will, kann über HA lokal überwachen
  • Automatisierungen: Stromversorgung nach Druckende abschalten, Benachrichtigung bei Fehler, Licht einschalten wenn der Druck fertig ist
  • Filament-Management: Tracking über Spoolman zeigt, wie viel Filament noch auf jeder Spule ist – und loggt den Verbrauch automatisch
  • Alle Geräte zentral: Drucker, Kamera, Trockner, Beleuchtung in einem Dashboard

Welche Integrationen gibt es?

Bambu Lab hat eine offizielle Integration für Home Assistant, die überraschend viele Funktionen bietet: Druckjobs starten, Filament laden, Trocknungsprozess starten oder stoppen. Für die lokale API muss allerdings die richtige Firmware-Version aktiv bleiben – ein Update kann lokale Kontrolle einschränken, was in der Community immer wieder diskutiert wird.

Prusa ist die einzige Marke mit einer Integration direkt im offiziellen Home Assistant Core Repository. Für alle anderen Hersteller braucht man den HACS (Home Assistant Community Store) – ein Drittanbieter-Repository mit Hunderten zusätzlicher Integrationen, darunter Elegoo, Creality und OctoPrint.

Elegoo hat eine eigene HA-Integration über HACS, die Statusanzeige, Druckthumbnails und direkte Steuerung vom Dashboard aus ermöglicht.

OctoPrint ist nach wie vor die flexibelste Option für ältere Drucker ohne native Smart-Home-Fähigkeiten: Mit der OctoPrint-HA-Integration wird jeder Drucker, der OctoPrint unterstützt, zu einem vollwertigen Smart-Home-Gerät.

Spoolman: Filament-Tracking für HA

Spoolman ist ein Open-Source-Filament-Tracking-System, das sich nahtlos mit Home Assistant verbindet. Die Integration erstellt für jede Spule einen eigenen “Device” in HA mit Sensoren für Restgewicht und Restlänge. Nach jedem Druck wird der Verbrauch automatisch von der Spule abgezogen.

Wer möchte, kann Automatisierungen bauen, die eine Benachrichtigung senden, wenn eine Spule unter 100 Gramm fällt – oder automatisch eine Bestellung in der Lieblingsfilament-Liste triggern.

Eine neuere Alternative ist SpoolmanSync, das speziell für Bambu Lab Drucker entwickelt wurde und ohne manuelle Eingabe die gedruckte Menge automatisch synchronisiert.

Das FilaMan-System: NFC trifft Home Assistant

Noch einen Schritt weiter geht das FilaMan-System: Eine lokale Filament-Management-Lösung, die NFC-Tags an den Spulen mit Home Assistant verbindet. Wer eine Spule einlegt, scannt den NFC-Tag – Home Assistant aktualisiert automatisch den Bestand.

Für Bastler mit mehreren Druckern und einem großen Filamentlager ist das eine elegante Lösung, die ohne proprietäre Cloud auskommt.

Was man braucht, um anzufangen

Einsteiger brauchen:

  1. Einen Home Assistant Server (Raspberry Pi 4 reicht, ein Mini-PC ist besser)
  2. HACS für die drucker-spezifischen Integrationen
  3. Den Drucker im lokalen Netzwerk (bei Bambu Lab: Lokalmodus aktivieren)
  4. Optional: Spoolman für Filament-Tracking

Der Aufwand für die Einrichtung liegt bei mehreren Stunden – aber das Ergebnis ist ein Druckerüberwachungssystem, das keine Cloud-Abonnements braucht, keine Daten nach China oder in die USA sendet und vollständig anpassbar ist.

Die Community teilt ihre YAML-Konfigurationen, Dashboard-Designs und Automatisierungslogiken großzügig auf Reddit und im Home Assistant Forum – wer will, muss das Rad nicht neu erfinden.